Symposium mit internationalen ExpertInnen

Offizielle Auftaktveranstaltung mit Vorträgen und Panels

Am 17. Oktober 2024 fand die offizielle Auftaktveranstaltung der DATUM STIFTUNG für Journalismus und Demokratie im Presseclub Concordia in Wien statt. Im Rahmen von Vorträgen und Panels wurde über die aktuelle Situation des unabhängigen Journalismus, seine Zukunft und über die Rolle der Zivilgesellschaft diskutiert.

In seiner Begrüßung betonte Sebastian Loudon, Initiator der DATUM STIFTUNG, die zentrale Rolle des Journalismus als Dienstleistung an der Gesellschaft in Zeiten multipler Krisen: Man müsse den öffentlichen Raum mit „unabhängigem und sorgfältigem Journalismus fluten“, wenn die Gesellschaft die derzeitigen großen Herausforderungen – Klimakrise, Integration oder Sicherheit – bewältigen wolle. Ohne eine funktionierende öffentliche Debatte werde das nicht gehen, so Loudon, und für die sei unabhängiger und sorgfältiger Journalismus eine Voraussetzung.

Den Eröffnungsvortrag hielt der renommierte Medienwissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Pörksen von der Universität Tübingen. Pörksen würdigte die Initiative der DATUM STIFTUNG „als wertvolle Graswurzelbewegung der Medienbildung, die aus dem Journalismus heraus komme, was angesichts des Unvermögens der Politik und der widrigen Bedingungen auf dem Medienmarkt, eine zutiefst hoffnungsvolle emanzipatorische Entwicklung ist.“ Zudem beschrieb Pörksen, wie der öffentliche Raum zunehmend von den Logiken der sozialen Plattformen bestimmt werde. Der Ausweg liege für ihn in der „redaktionellen Gesellschaft“, in der die Prinzipien und Maximen eines sorgfältigen Journalismus zum Allgemeinwissen werden. Daneben sei eine deutlich stärkere Regulierung der sozialen Plattformen notwendig, so Pörksen.

Auf dem ersten Panel teilten internationale VertreterInnen aus der Medienbranche aus Ungarn und Polen ihre Erfahrungen. Kamila Ceran, Chefredakteurin des polnischen Senders Radio Tok FM, und Márton Gergely, Chefredakteur der ungarischen Wochenzeitung HVG, schilderten ihre Erfahrungen als JournalistInnen in zunehmend autoritär geführten Staaten und, welche konkreten Auswirkungen es dabei auf die Arbeit als Journalist gebe. Die Medienexpertin DDr. Krisztina Rozgonyi (ÖAW CMC, AIT) wies darauf hin, dass eine starke Medienkonzentration und eine hohe Abhängigkeit von staatlichen Förderungen und Inseraten ein hohes Gefahrenpotential für autoritäre Bewegungen bergen, weshalb man speziell in Österreich wachsam sein müsse. 

Im zweiten Panel wurde über die Verantwortung der Philanthropie bei der Förderung des seriösen Journalismus diskutiert. Zu Gast waren Stephanie Reuter (Rudolf Augstein Stiftung), Maribel Königer (ERSTE Stiftung) und Martin Kotynek (Media Forward Fund). Königer gab zu bedenken, dass philanthropische Stiftungen die finanzielle Basis für Qualitätsmedien nie zur Gänze zur Verfügung stellen können, dass ein stiftungsgetragenes Fördermodell aber ein Vorbild sein kann, an dem sich auch die öffentliche Hand orientieren könnte, um gemeinwohlorientierten Journalismus mit der gebotenen Staatsferne zu unterstützen. Kotynek schilderte die zunehmende Bedeutung von gemeinwohlorientiertem Qualitätsjournalismus weltweit und Reuter zeigte sie sich gerade über die DATUM STIFTUNG erfreut, weil diese im Unterschied zu anderen Stiftungen „Journalismus um des Journalismus willen“ fördern werde. 

Einzelne Vorträge und Panels des Abends können auf unserem YouTube-Kanal nachgesehen werden. Fotos zur Auftaktveranstaltung finden Sie hier.